Im Test: HEAVY RAIN Review

HEAVY RAIN ist ein bisher einzigartiges und sehr spannendes Spiel. Wie es uns gefallen hat, ohne Spoiler, lest ihr hier im Test…
Heavy Rain faszinierte die Welt der Gamer schon seit der ersten Ankündigung. Bereits früher in der noch recht jungen Geschichte der Videospiele wurde einige wenige male versucht interaktive Filme zu erschaffen. Weil die Technik nun soweit fortgeschritten ist ist dies nun endlich möglich.
Um einen Zugang zu Heavy Rain zu erhalten muss sich der Gamer folgendes klar machen:
Euch erwartet hier kein Shooter, kein Adventure, kein RPG und auch kein Point and Click Spiel. Heavy Rain passt einfach in keine der bisherigen Kategorien.
Seht es mal so, wer von uns mag nicht gerne spannende Geschichten die im Fernsehen oder Kino erzählt werden? Genau das ist der Punkt!
Heavy Rain ist eine spannende Geschichte, die euch mitreißen wird, die euch fesseln wird. Nur das ihr hier eben nicht nach 1 1/2 Stunden aus dem Kino rausgeht oder das Programm wechselt sondern ihr viel länger brauchen werdet um der Geschichte auf den Grund zu gehen und un das Ende zu sehen.
Wie viele gute Filme gibt es, bei denen ihr nicht da gesessen habt und euch gefragt habt, warum macht der Hauptdarsteller das, wieso passiert das gerade, und ihr würdet es doch ganz anders machen.
Nun, das ist eure Chance. Heavy Rain ist ein interaktiver Film und ihr könnt nun erstmals genau das machen was ihr schon immer machen wolltet.
Dabei seid ihr sowohl Regisseur dieser Story als auch Hauptdarsteller. Nur ihr entscheidet wie es weiter geht und was ihr macht.

Für den Test des Spiels habe mich zusammen mit Freundin auf die Couch gesetzt. Wir haben von 16 Uhr bis Mitternacht die komplette Storie geschafft, fanden heraus wer der Origami Killer ist und haben spannende 8 Stunden erlebt.
Beim ersten durchspielen der Geschichte hatten wir uns darauf geeinigt, daß wir zwar beide abwechselnd den Controller bedienen, aber ich die Entscheidungen treffe.
Am nächsten Tag haben wir daraufhin Heavy Rain noch einmal gespielt und diesmal durfte sie die Entscheidungen treffen. Es kam tatsächlich zu einem ganz anderen Ende.
Für den ersten Durchlauf hatte ich mir allerdings das Ziel gesetzt, keinen der Hauptcharaktere sterben zu lassen, was mir leider nicht geglückt ist.
Beim zweiten Mal ist uns dies mit 3 Figuren gelungen aber auch dieses Ende gefiel uns nicht so ganz, so dass wir es sicherlich noch mindestens ein weiteres mal versuchen werden um zu erreichen wie wir das Ende gerne hätten.
Die Geschichte an sich ist sehr spannend, wir haben mehrmals die falschen verdächtigt und waren überrascht wer nun am Ende der Mörder war.
Quantic Dreams hat hier einen wundervollen Stil verwendet diese Story zu erzählen.

Story
Zur Story möchte ich hier nichts verraten um niemanden das Spiel mit Spoilern zu versauen.
Das Grundgerüst dürfte mittlerweile bekannt sein, worum es bei Heavy Rain geht.
Mit Heavy Rain™ reist man in eine Kleinstadt, in der ein Serientäter sein Unwesen treibt. Der Spieler entscheidet selbst, wie weit er bei seinen Ermittlungen gehen will, muss sich dabei aber stets über eines bewusst sein: In Heavy Rain™ kann jede Tat weit reichende Konsequenzen nach sich ziehen, die der Geschichte völlig neue, unerwartete Wendungen geben können.
In einer düsteren, verängstigten Stadt an der verregneten Ostküste der USA verschwinden auf mysteriöse Weise Söhne. Da es nicht den geringsten Hinweis gibt, herrscht sowohl bei den Behörden als auch in der Bevölkerung Panik. Als wieder ein Junge namens Shaun Mars verschwindet, begibt sich der Spieler mit vier Charakteren auf die Suche nach dem Mörder. Die Uhr tickt, denn um Shaun Mars lebend zu finden bleiben nur wenige Tage Zeit. Die vier Protagonisten verfolgen alle eigene Motive, die sie bei der Suche antreiben, und sie gehen alle eigenständige Wege um die Aufklärung des Falls voranzutreiben. Ethan Mars, Shauns Vater, wird von Verzweiflung getrieben und ist nach dem Tod seines älteren Sohnes von Kummer und Schuldgefühlen zerfressen. Madison Paige ist eine mutige Fotografin, die eher zufällig in die Suche nach dem Serientäter hineingerät. Der kauzige Privatdetektiv Scott Shelby ist von den Familien der Opfer engagiert und verfolgt Spuren, die die Polizei übersehen hat. Der Letzte im Bunde ist der talentierte FBI-Agent Norman Jayden, er verfügt über moderne technische Hilfs mittel, muss sich aber mit den nicht immer ganz kooperativen Kollegen der lokalen Polizei herum ärgern. Durch den Wechsel zwischen den Charakteren und die verschiedenen Perspektiven auf das Geschehen erhält der Spieler Zugang zu Informationen, die er zur Lösung des Falls benötigt. Welchen Verlauf die Geschichte nimmt, hat der Spieler mit seinen Entscheidungen selbst in der Hand.
Ihr werdet ganz gemütlich in die Geschichte eingeführt und lernt die Steuerung und die Kameraführung des Games kennen.
Nach der Einführung aber beginnt der Vorspann und der Krimi fängt an….
Mehr, wie gesagt, wird nicht verraten.
Von der in einigen anderen Reviews zu lesenden Warnung, dass einen Heavy Rain zu sehr mitnehmen würde oder es zu düster sei, habe ich nichts bemerkt. Das Fernsehen zeigt mit jeder CSI Folge schlimmere Sachen als diese die in Heavy Rain passieren.
Aber das ist auch gut so, Heavy Rain kommt auch ohne übertriebende Gewalt aus und kann fesseln und einen mitnehmen.
Grafik
Heavy Rain bietet eine hervorragende Grafik auf dem aktuellen Stand der Technik.
Videoszenen sind kaum von In-Game Szenen zu unterscheiden und gehen fließend ineinander über. Ladezeiten gibt es nur nach dem Ende eines Kapitels.
Man merkt, dass die Videospielfiguren von realen Schauspielern gecastet wurden. Sie wirken echt und realistisch.

Sound
Auch beim Sound wurde nicht gespart. Der Sound passt genau in diese düstere, mysteriöse Umgebung. Ganz wie im Kino.
Steuerung/ Gameplay
Das wird sicherlich die meisten interessieren. Die Steuerung ist einfach mal – anders!
Für eine solche Art von Spiel finde ich sie aber angemessen. Mit der alternativen Steuerung wird unterstrichen dass Heavy Rain, ein neues Genre erschaffen hat und wird sicherlich Nachahmer finden.
Der deutlichste Unterschied zur „normalen“ Steuerung ist sicherlich, dass ihr Charaktere nicht mit dem rechten Stick bewegt, sondern mit dem R2 Trigger. Damit aktiviert ihr Bewegung, die Richtung bestimmt ihr mit dem linken Stick.
Die nächste wichtige Taste in die L1 Taste mit der ihr Kameraperspektiven wechseln könnt.
Leider gibt es in der Regel nur 2 Perspektiven, da hätte ich mir manchmal mehr gewünscht, wenn es schwierig war einen richtigen Überblick über eine Szene zu bekommen.
Ansonsten agiert ihr mit den normalen 4 Tasten. Was aber auch hier anders, und wie ich finde auch schön ist, manchmal müsst ihr Bewegungen mittels Bewegungssteuerung ausführen.
Dazu wird entweder der linke Stick in entsprechend bewegt, oder was mir am meisten Spass machte, es wird der Six-Axis- Bewegungsmechanismus benutzt um eure Bewegungen zu tracken.
So habe ich mich dabei erwischt in bestimmten Szenen den Controller auch mal heftiger zu bewegen als nötig, weil ich gerade in der Szene so emotional war.
Wichtiger Bestandteil des Games ist auch die L2 Taste mit der ihr die Gedanken eures Charakters hören könnt. Dies ist enorm wichtig, wenn ihr einmal nicht weiter wisst, was schon einige male passieren kann.

Entscheidungen
Tatsächlich haben eure Entscheidungen weit reichende Konsequenzen. Ihr könnt natürlich nicht komplett aus der gescripteten Story ausbrechen, aber ihr könnt Heavy Rain anders ablaufen lassen.
Es macht Spaß darüber nachzudenken was passiert wäre wenn… und es dann auch ausprobieren zu können. Gerade dies wird die Faszination ausmachen.
Langlebigkeit
Nach dem ersten Durchlauf hatte ich nur rund 20% der Trophies bekommen.
Obwohl das Spiel nur zwischen 7 und 8 Stunden dauert, werdet ihr sicherlich noch weitere Durchläufe starten wollen, schon alleine der Trophies wegen, die ihr nur bekommt wenn ihr andere Entscheidungen trefft als vorher.
Ich würde Heavy Rain aber auch als Spiel welches man mit Freunden spielen könnt vorschlagen. Plant 8 Stunden ein, ladet euch 3 Freunde ein, legt fest wer welchen Charakter spielt und habt Spaß am gemeinsamen rätseln wer der Mörder sein könnte.

Fazit
Für mich ist Heavy Rain eines der besten Spiele aller Zeiten. Ich mag Games die auf gute Geschichten beruhen, sie gut erzählen und es dabei besser machen als so manch ein Hollywood Blockbuster.
Lieber mehr Spiele ala Heavy Rain als Kinofilme. Die Interaktivität hat mich begeistert, die neuartige Steuerung ist innovativ und sehr passend.
Die Autoren von Heavy Rain haben diese Geschichte mit viel Talent und Liebe geschrieben, so dass ich dieses Spiel allen nur empfehlen kann, die gerne spannend unterhalten wollen, und die nie Videoszenen wegklicken würden.

